Alle Leser und Leserinnen, welche mein Arbeitsbuch zur Kundenakquise benutzt haben, wissen dass es wichtig ist, so oft wie möglich vor den Augen der potentiellen Kunden zu sein. Wieso? Auf Englisch gibt es den Spruch: "out of Sight, out of Mind". Das bedeutet so viel wie "aus den Augen, aus dem Sinn". Sie sind selber nicht wichtig - wichtig ist, was vor der Nase steht. Deshalb müssen wir uns immer wieder auf jede mögliche Art vor die Nasen der potentiellen Kunden stellen.
Eine Art, das zu tun, ist Vorträge zu halten. Es gibt viele Möglichkeiten, etwas vorzutragen, aber das muss geübt und vorbereitet werden. In dieser Ausgabe möchte ich kurz darauf hinweisen, was die tödlichsten Sünden sind:
- Zeiten nicht einhalten
- Unklares Ziel
- Ungenügende Vorbereitung
- Keine Aufmerksamkeit erzielen
- Überheblichkeit
- Langeweile
- Unklare Endung
1. Zeiten nicht einhalten. Nichts irritiert Zuhörer und Zuhörerinnen mehr als ein Vortrag, der nicht zu enden droht. Wenn vom Gastgeber keine Zeitvorgabe vorgegeben wird, tun Sie es selber. Zeigen Sie, wie Sie Ihren Vortrag gliedern, wann es eine Pause gibt (wo nötig) und wie lange es dauern wird, bis der Vortrag zu Ende geht. Und halten Sie die Zeiten ein! Sonst werden Sie nicht mehr eingeladen.
2. Unklares Ziel. Was ist das Ziel Ihres Vortrages? Es darf nicht sein, dass Sie einfach wieder mal vor den Augen der potentiellen Kunden sein wollen! So meine ich das nicht. Nein, Sie müssen den Anwesenden einen echten Mehrwert bieten. Informationen, die sie zum ersten Mal hören, etwas das zeigt, dass Sie Profi auf dem Gebiet sind. Und vergessen Sie nicht, es soll ein typisches Kundenproblem aufzeigen und ein Lösungsansatz - den Ihren, selbstverständlich, aber nicht in Form von eindeutiger Werbung. Sie sind da, um zu zeigen, dass Sie Experte sind, nicht um zu verkaufen.
3. Ungenügende Vorbereitung. Zu wenig Vorbereitung zeigt sich als unprofessionell. Das merken die potentiellen Kunden sofort, und so können Sie diese abschrecken. Eine schöne, klar strukturierte Präsentation ist Gold wert. Sichern Sie ab, dass Sie auch die Präsentation wirklich kennen, besonders dann, wenn jemand anderer diese für Sie vorbereitet hat. Kommen Sie frühzeitig genug zum Vortragsort, so dass Sie sich ohne Stress umschauen können und die Mittel, die Ihnen zur Verfügung stehen, richtig bedienen können. Sprechen Sie sich ab mit dem Gastgeber, wie, was, wann. Überraschungen wird es immer geben, aber sind nicht so schlimm, wenn Sie genügend Zeit haben, diese zu verdauen.
4. Keine Aufmerksamkeit erzielen. Sie müssen von Anfang an die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf sich lenken. Nichts ist schlimmer, als wenn es Nebengespräche während des Vortrags gibt. Das bedeutet: man nimmt Sie nicht ernst. Der beste Weg, die Aufmerksamkeit im Saal auf sich zu lenken, ist mit Stille. Nichts sagen, ist oft der beste Weg. Wenn der Raum zu warm ist und die Teilnehmer am Einschlafen sind, ist es oft eine gute Idee, mit den Händen mal laut zu klatschen und dann eine kurze Pause einzuschalten, den Raum zu lüften und den Zuhörern die Chance zu geben, sich zu strecken und wieder wach zu werden.
5. Überheblichkeit. Potentielle Kunden sind nicht dumm und wollen nicht belehrt werden. Ein freundlicher Stil, der klar aufzeigt, dass die Anwesenden geschätzt werden, ist wichtig. Sie gewinnen keine Kunden, wenn sich diese herabgesetzt fühlen.
6. Langeweile. Nie - und ich meine wirklich NIE! einen Vortrag ablesen! Es gibt nichts Langweiligeres als das. Ein Kollege von mir musste eine Präsentation dem CEO einer Grossfirma geben. Er war so nervös, dass er wirklich angefangen hat, die Folien abzulesen. Der CEO sagte dazu: "Ich kann lesen! Bringen Sie einen Mehrwert!". Das müssen Sie auch tun. Der andere Grund für einen langweiligen Vortrag ist der Stil, in dem man spricht. Sie dürfen technisch sein mit Technikern, ansonsten nicht - langweiliges Fachsimpeln bringt nichts. Sie müssen die Zuhörer miteinbeziehen, indem Sie rhetorische Fragen stellen, oder auch echte - jede Person muss dass Gefühl haben, Sie sprechen sie direkt an. Schauen Sie ihnen in die Augen und nicht einfach über die Köpfe hinweg.
7. Unklare Endung. Wenn Punkt 2 zutrifft, wird auch dieser Punkt zutreffen. Wenn Sie nicht wissen, wohin Sie wollen, merken Sie auch nicht, wenn Sie angekommen sind. Machen Sie einen klaren Abschluss. Die Zuhörer wollen geführt werden, also sagen Sie ihnen, wenn Sie das Vortragsende erreicht haben. Ganz einfach, mit: "... und so haben wir das Ende des heutigen Vortrags erreicht. Wir haben jetzt noch 10 Minuten Zeit, um Ihre Fragen zu beantworten. Besten Dank für die Aufmerksamkeit." Klar! Schlimm sind Endungen, die keine Endung sind. Wenn Sie einen Schluss machen, darf das nicht der Anfang eines weiteren Vortrags sein.
Sie können absichern, dass Ihre Vorträge immer besser werden, indem Sie sich vor der nächsten Präsentation folgende Fragen stellen
- Blieb ich innerhalb der vorgegebenen Zeit?
- Hatte mein Vortrag ein klares Ziel und einen klaren Aufbau?
- War ich gut vorbereitet?
- Konnte ich die Aufmerksamkeit von Anfang an auf mich lenken?
- Habe ich die Anwesenden positiv beeinflusst?
- Generierten der Vortrag und ich genügend Interesse?
- 7. Habe ich einen klaren Schlussstrich gemacht - und das einmal oder mehrmals?
Wenden Sie diese simplen Regeln an, und Sie werden nicht nur Erfolg haben, sondern auch Spass!